Ohne Moos – nichts Los
Geld spielt eine Rolle: Auszubildende sind mit ihrer Vergütung oft unzufrieden – ein Viertel geht nebenbei jobben
Bereits in der Ausbildung „eigenes Geld“ zu verdienen, stellt für junge Menschen einen Pluspunkt der dualen Berufsausbildung dar und beeinflusst oftmals ihre Bildungsentscheidung.
Allerdings sind viele Auszubildende mit der Höhe ihrer Ausbildungsvergütung nicht zufrieden: zwei von drei Auszubildenden empfinden ihre Vergütung als zu niedrig. Häufig reicht den Jugendlichen die Ausbildungsvergütung nicht für ihre Grundversorgung und ihre individuellen Bedürfnisse aus. Daher geht rund jede/-r Vierte von ihnen neben der Ausbildung jobben. Dies sind weitere Ergebnisse der vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) durchgeführten Studie „Ausbildung aus Sicht der Auszubildenden“ – veröffentlicht in der neuesten Ausgabe des BIBB REPORT 14/10. Für die Studie hat das BIBB rund 6.000 Auszubildende aus dem zweiten Ausbildungsjahr in 15 stark besetzten Ausbildungsberufen befragt.
Die von den Betrieben in den verschiedenen Branchen gezahlten Ausbildungsvergütungen variieren sehr stark. Für 93 % der befragten Auszubildenden im zweiten Ausbildungsjahr bewegen sich die Monatsbeträge zwischen 300 und 700 Euro netto – also nach Abzug von Sozialversicherungsbeiträgen und gegebenenfalls Lohnsteuerzahlungen. Für 5 % der Jugendlichen liegt der Netto-Verdienst unter 300 Euro, 2 % erhalten mehr als 700 Euro netto. Im Durchschnitt kommen die Auszubildenden im zweiten Ausbildungsjahr auf eine monatliche Netto-Vergütung von 478 Euro.
Ein Drittel der Auszubildenden ist mit der Ausbildungsvergütung zufrieden und schätzt diese als „sehr gut“ (9 %) oder „gerade richtig“ (24 %) ein. Die Mehrheit (67 %) ist hingegen unzufrieden und beurteilt die Beträge als „zu niedrig“. Ob Auszubildende mit ihrer Vergütung zufrieden sind oder nicht, hängt erwartungsgemäß stark von deren Höhe ab: Erhalten Auszubildende monatlich über 700 Euro netto, so ist die Chance, dass sie hiermit zufrieden sind, 17-mal höher als wenn sie nur 300 Euro netto oder weniger bekommen.
Für die Zufriedenheit der Jugendlichen ist jedoch nicht allein die Vergütungshöhe ausschlaggebend. Viele weitere Faktoren spielen eine wichtige Rolle. Von besonderer Bedeutung ist dabei laut BIBB-Analyse, wie hoch die Auszubildenden ihre Arbeitsleistung bewerten, die sie für den Betrieb erbringen. Die Auszubildenden im zweiten Ausbildungsjahr fühlen sich in ihrem Betrieb oft bereits wie eine Fachkraft eingesetzt. Ihrer Einschätzung nach entfällt ein großer Teil ihrer betrieblichen Ausbildungszeit – durchschnittlich 43 % – auf Tätigkeiten, die sie schon genauso gut und schnell wie ihre fertig ausgebildeten Kolleginnen und Kollegen erledigen.
Weitergehende Informationen enthält der neue BIBB REPORT, Heft 14/10 zum Thema „Geld spielt eine Rolle!
Sind Auszubildende mit ihrer Vergütung zufrieden?“. Die Ausgabe kann im Internetangebot des BIBB kostenlos unter http://www.bibb.de/bibbreport heruntergeladen werden.
Quelle: BIBB Pressemitteilung 26/2010 vom 16.06.2010
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